Grüße aus Ihrer „Hof“-Buchhandlung


Wöchentlicher Kundenbrief ("Hunde im Futur und Schafe im Schnee" vom Samstag, dem 27. November erhalten Sie auf Wunsch per Email - da sind die Anhänge enthalten).

Werte Kundschaft,

ich weiß, ich habe mich ein wenig verspätet. Aber am gestrigen Samstag fehlte es mir an der notwendigen Wortmächtigkeit, um den Brief zu vollenden. Schon in einem Schreiben an den wertgeschätzen Steuermann sprach ich von Wortmüdigkeit, statt richtigerweise den Begriff Wortmächtigkeit zu verwenden. Das ist mir zunächst auch noch aufgefallen und ich schrieb in der scherzhaften Korrektur von Wortmütigkeit, einer Schöpfung, die wohl Alleinstellungscharakter hat. Dieser kreative Nonsens blieb meinem Hirn verborgen bis ich an den im zarten Schnee stehenden Schafe in Vaihingen vorbeigeradelt bin. Bedauerlicherweise war ich fototechnisch unbewaffnet, so dass ich hiervon keinen Eindruck mitsenden kann.

Ausführlich erhalten Sie im Anhang dagegen Informationen und Abbildungen zum Titel „Hunde im Futur“, einem ganz andersartigem Sachbilderbuch, das auf spielerische Weise Lust auf Sprache macht.

Und mit Sprache und deren Schönheit hat sich auch der Schweizer Theologe Johann Jakob Spreng im 18.Jahrhundert beschäftigt. Der manische Wörtersammler fand aber keine Geldgeber für die Herausgabe seines geplanten Großwörterbuchs aus 100.000 Begriffen und mit der Zeit geriet dieser Schatz (habe gerade wieder einen neuen Begriff gelesen: „Großoberältervater“ = dritter Urahnherr“) in Vergessenheit. Aus dem Schlummer geholt hat ihn der Germanist Nicolas Fink und uns die schönsten Begriffe im sensationellen Buch „Unerhörte Auswahl vergessener Wortschönheiten aus Johann Jakob Sprengs gigantischem, im Archive gefundenen, seit 250 Jahren unveröffentlichten deutschen Wörterbuch“ zur Verfügung gestellt. Eine wirkliches Florilegium und zudem eine  Art Kulturgeschichte – danke, danke, danke!

 

Zum zweifachen Sprachvergnügen habe ich noch einen zum Nachdenken anregenden Augenschmaus beigelegt, den großartigen neuen Bildband des preisgekrönten Fotografen Sebastiáo Salgago. Ein Blick auf eine weitgehend unberührte Natur und ganz andere Leben - eine faszinierende und hochgradig bedrohte eigene Welt. Ein Buch auch als Mahnung …

 

Und weil es so in meinem Kopf hängengeblieben ist, leite ich mit dieser kleinen Anekdote zum im Anhang befindlichen Weihnachtsbuch überhaupt: Ein kleiner Junge im Kindergartenalter war mit seiner Mutter im Stuttgarter Westen wohl auf dem Weg zum Hort und ich hörte ihn seine Mutter sehnsüchtig fragen „Wann kommt den der erste Schneetag?“. Das war so hinreißend, dass Frau Holle vor Rührung zumindest eine leichte erste Überzuckerung genehmigt hat und ich infolgedessen bei der gestrigen Heimatfahrt die besagten Schafe im Schnee erblicken konnte. Danke, mein kleiner Freund, für deine Fürbitte. Ach, übrigens, das  „Reclams Winterbuch“ ist inhaltlich und gestalterisch sehr schön geworden.

 

Wie wir alle in den nächsten vier Wochen miteinander umgehen dürfen, ist nicht vorauszusehen. Fakt ist: Wir dürfen nur immer eine (die bekannten Voraussetzungen erfüllend)e Person in den Laden hereinlassen. Die Luken werden häufig geöffnet und Abholungen sind kontaktfrei an der Bücherklappe möglich. Wie letzte Woche mitgeteilt: Wenn meinen Frau anwesend ist, wird die Sicherheitsstufe erhöht – Verkauf und Beratung dann nur an der Klappe. Eine weitere Erkrankung wollen wir nicht riskieren. Ich stelle mich auch geistig und körperlich (auch mit vorzüglichem Gruibinger Winterbier) auf verstärkten Ausradelbetrieb ein.

 

Jetzt höre ich aber auf mit dem Schreiben, zumal der Anhang auch nicht eben kurz geraten ist. Meine Frau hat sich sehr über den Zuspruch der vergangenen Woche für ihre Romanempfehlung „Barbara stirbt nicht“ gefreut und fügt deshalb noch motivierter als sonst einen weiteren Buchtipp mit an.

 

Vielen Dank für Ihre Geduld und Aufmerksamkeit.

Wir wünschen Ihnen noch einen schönen ersten Adventssonntag und grüßen heute beide herzlich aus dem leicht winterlichen Magstadt.

Bleiben Sie gesund und behütet.

 

Ihr Reiner Steegmüller und seine und buchtechnisch auch Ihre Liva Engler.

 

 

 

 

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„Ein vortreffliches Buch: erstens verschlingt man´s, zweitens liest man´s, drittens schafft man sich´s an.“

                                                                           Marie von Ebner-Eschenbach

                                                                                                                     

 

Öffnungszeiten Ihrer „Hof“-Buchhandlung:

Mo., Di., Mi. und Fr. von 9 – 15h, „Langer Donnerstag“ von 9 – 18h, Sa. 9 – 13h

oder nach telefonischer Rücksprache.

(wegen unseres Zustellservice per Fahrrad etwas eingeschränkt!)

 

 

Buchhandlung Steinkopf GmbH

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Tel.: 0711-2220645

www.steinkopf-buchhandlung.de

Email: steinkopf@steinkopf-buchhandlung.de

 

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Stuttgart HRB 20108

Geschäftsführer: Reiner Steegmüller

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